Samstag, 3. Januar 2026

 2.1., Sal, Espargos

I kill you!, raunt mir ein vor dem Supermarkt bettelnder Halbstarker nach anderen, harmloseren Beflegelungen zu, nachdem ich ihm kein Geld geben wollte, I kill you and your mom!, entgegne ich, etwas Besseres fällt mir auf die Schnelle nicht dazu ein. Gut, dass ich kein Segelboot dabei habe. Deren Besitzer müssen angeblich Schutzgeld an Banden bezahlen, möchten sie Vandalenakte und Diebstahl vermeiden.

Gar nicht schlecht liegt es sich auf der Strandliege unter einem Bastschirm. Hinter uns im Lokal beschallt ein Musikant die Szenerie mit Gesang und Gitarre, der portugiesische, schön kalte Roséwein macht Laune. Zumindest kurz kann ich Ena für das kleine Museum in der Nähe gewinnen. Das größte Münzgeld der Welt ist da ausgestellt, A5- große, gestempelte Kupferplatten, zerrissene Hosensäcke vorprogrammiert. Oder Scheckel aus dem siebzehnten Jahrhundert, verwendet von europäischen Händlern zum Kauf von Sklaven in Westafrika. Auch keine Münzen im klassischen Sinne, sondern ovales, an Nasenringe für Rinder erinnerndes Geld, alles hochgetaucht aus gesunkenen Schiffen.

In der glücklichen Stunde schlürfen wir mit den Massen Cocktails zum Schleuderpreis, schauen den Einheimischen beim Volleyball und der Sonne beim Untergehen zu. In keinster Weise aufregend, genau so geplant und ausgeführt.


Keine Kommentare: