1.1., Sao Nicolau, Sal
Mit dem schon gestern bestellten Taxi vormittags zum Flughafen. Ena hat nachhaltig geschwitzt, ob wir es Anbetracht der zu erwartenden Zustände auch rechtzeitig dorthin schaffen werden. Tatsächlich, zwar noch massenhaft ramponierte Figuren in den Dörfern mit roten Augen und seligem Blick unterwegs, aber außer einem Pickup, der umringt von ein paar agitierten Männern mit Achsbruch im Graben lehnt, so gut wie keine Autos unterwegs.
Wir fliegen zurück nach Sal, hier gäbe es auch nichts mehr zu tun oder zu sehen. Eine dritte der insgesamt neun Inseln Kap Verdes wäre noch schön gewesen, aber bitte. Die angepeilte Hauptbeschäftigung Enas der letzten Tage, stundenlanges, ereignisfreies Herumkugeln am Strand, lässt sich auch auf Sal bewerkstelligen. Heute gammeln wir hauptsächlich am Zimmer herum, muss am Jetlag liegen. Die inselweit einzig verfügbare, auch nur aufgrund einer Stornierung kurzfristig frei gewordene Unterkunft ist das schon erprobte Nifa House in Espargos. Zwar besser als nix, aber halt weit weg vom Meer und Häusl am Gang, Ena is not amused.
Aufgemascherlte, weil wehrlose Knirpse in fancy Anzügen und Ballkleidern abends in der gut besuchten Fußgängerzone, während sich ihre Eltern in zwanglosen Shirts von den gegrillten Spießen bedienen, die alle paar Meter zum Verkauf stehen. Beschwingte, aber schon gezeichnete Grüppchen, die noch immer am feiern sind. Auch die Hüterin der Habseligkeiten, die wir auf Sal zurücklassen mussten, können wir erst nach mehreren Versuchen aus ihrem Delirium herausklopfen.
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