Montag, 5. Januar 2026

 4.1., Sal, Espargos

Wieder mit dem Moped unterwegs, die letzten unentdeckten Ecken Sals heimsuchen. Den Monte Liau zum Beispiel, eine schanzenartige Erhebung inmitten einer flachen Ebene. Am kleinen Sandstrand davor liegt ein Schildkrötenschädel , mit dem Ena Shakespeares Hamlet nachspielt, und üben ein paar Surfer, ansonsten weitläufige Einsamkeit. 

Umso ungünstiger, dass wir uns ausgerechnet hier einen Patschen hinten fahren. Geschätzte vier Kilometer bis zur nächsten asphaltierten Straße und das Moped lässt sich keine zwei Meter schieben, weil sich der Gummi sofort über die Felge wurstelt, Shit! Also den Roller zurücklassen und mit einem netten Bayern zur Hauptstraße fahren. Der ist zwar mit einem gemieteten Pickup unterwegs, aber viel mehr Platz als für seine Surfbretter gibt seine hohe Ladefläche nicht her. Außerdem lackierte Stoßstange und so, für einen richtigen Transport leider ungeeignet. Sonntag ist noch dazu, das könnte ein langwieriger Stunt werden. Mit dem Sammeltaxi zurück nach Espargos zwecks Abstimmung mit dem Verleiher, gurkt ein Typ mit einem klassischen Pritschenwagen die Straße entlang. Genau unser Mann. Verfügbar, hoffentlich befähigt, mit zwanzig Juros, die er für das pantomimisch umrissene Unterfangen veranschlagt, leistbar. Einen Holzpimmel hat er am Innenspiegel baumeln und ein Pickerl am Armaturenbrett, Jesus, um grande Amigo. 

Mit Hilfe eines geliehenen, per Tschickanzünder gespeisten Luftkompressors und eines Sprühfläschchens macht er zurück in der Pampa das Loch im Reifen aus, ein Profi. Zu zweit wuchten wir ohne Laderampe die Mopette auf sein Vehikel, die er gekonnt mit einem Seil vertäut, dann rumpeln wir vorsichtig zurück in die Zivilisation. Mit einem Bohrer und einer Reparaturwurst, die er kurzerhand aufstellt, bekommt er sogar den Reifen wieder dicht, Mitarbeiter des Monats!

Mit dreistündiger Verspätung setzen wir die Exploration fort und entdecken noch eine mit Haigebiss geschmückte Bar in einer traumhaften Bucht. Unbelehrbar, wie wir sind, biegen wir wieder ins steinige Terrain ab. Ena wird mit Steinen aufmagaziniert, um bösartige Hofhunde abzuwehren, und wir folgen der Westküste nach Süden, bis sich der Kreis schließt und die Sonne untergeht. Abends Caipis für uns und eines der Nationalgerichte mit Seepocken für mich, over and out. Morgen werden wir noch einen Strandtag einlegen, bevor wir gegen Mitternacht die Kap Verden hinter uns lassen. Schöner als erwartet, abenteuerlicher als erhofft, kurz, aber geil. Tudo bom, tchau tchau!


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