Mittwoch, 31. Dezember 2025

 30.12., Tarrafal

Gewurl am Hauptplatz in Tarrafal, ein Versorgungsschiff hat Vorräte gebracht. Zusätzlich zu den vielen Fischen, die hier jeden Tag umgeschlagen werden, liegen Unmengen an Erdäpfeln und Zwiebeln auf den Gehsteigen. Frauen kaufen aus dem Auto, Fischer verkaufen aus Kübeln, das Kilo Fisch um zirka einen Euro. 

Mit einem altersschwachen Kleinbus fahren wir nach Cachaco, vorbei am strategisch geparkten Feuerwehrauto der Gemeinde. Manchester Fire Service, lässt sich noch entziffern, die Kiste hat sicher auch schon fünfzig Jahre auf dem Buckel. Zum Telefonieren bleibt unser Fahrer mehrfach überland einfach mitten auf der Fahrbahn stehen, Safety first.

Gipfelsturm! Es gilt, den Monte Gordo zu bezwingen, den höchsten Hügel der Insel mit 1312 Metern. Im Zauberwald am Fuß des Berges machen Schatten und kühler Nebel, der in kompakten Schwaden auftritt, das Wandern erträglich. Mit Farnen behangene Drachenbäume und große Agaven säumen den Weg. Wie im botanischen Garten kommt man sich hier vor, ganz entzückend. Ausgesetzt dann die letzten Kehren den Bergrücken hoch und schon sind wir in einer Felsgipfelwelt über den Wolken mit bombastischem Rundumblick auf Tarrafal, das Meer und die benachbarten Inseln.  Südlich von uns nur karge Felsenlandschaft, nördlich, wo sich immer die Wolken fangen und die Feuchtigkeit kondensiert, grüne Hänge und Wälder. Ein holpriges Herumgerutsche auf losem Alternativpfad retour, lockeres Auslaufen inmitten von Bananen, Zuckerrohr und Papayas zurück in der Ebene. Und jetzt reicht´s auch wieder mit Wandern für ein paar Jahre, sind wir uns später bei isotonischem Bier mit Cola einig, während der tägliche Fisch schon in der Pfanne brutzelt.


Dienstag, 30. Dezember 2025

 29.12., Tarrafal

Morgendlicher Alltag in Tarrafal. So wie der Franzose sein Baguette oder der Italiener seine schwule Herrenhandtasche, trägt der Kapverdier seinen Fisch. Hat er Größeres vor, bedient er sich einer Scheibtruhe.  Die Bullen nerven auch hier und stören den Verkehr mit Kontrollen inklusive Alkotests, alle Fahrer werden außerdem fotografiert. 

Dem schwarzen Sand Sao Nicolaus werden zwar magische Kräfte nachgesagt, enthaltenes Titan und Jod sollen Gelenksbeschwerden und Rheuma lindern, trotzdem machen wir uns auf gen Süden zum Baixa Rocha, dem einzigen Strand der Insel mit weißem Sand. Acht Kilometer gehen wir auf einer einsamen Staubpiste die Küste entlang, rechts zwei unbewohnte Inseln, Vogelschutz und so. Absolut nix los im Süden, keine Dörfer, keine Straßen mehr. Berge von verrosteten Dosen und Stanzabfällen, später massenhaft Gehäuse von Seeigeln und Korallenbrocken, die herumliegen. Kein Schwein weit und breit, nur mehr große Grashüpfer mit doppelten Flügelpaaren und kleine Spatzen und als wir uns später nackig in die erfrischenden Wellen schmeißen, kommt gleich noch einer dazu. Paradiesisch isses hier, keinen Deut weniger. Eine gut zehn Meter hohe Sanddüne hat sich am Steilhang hinter der Bucht gefangen, der makellose, blitzsaubere Strand ist von schwarzen Felsen eingerahmt. Die Sonne trocknet uns und verbrennt uns die Wadeln.

Direkt neben der Fischfabrik in Tarrafal werden in einem Laden hundsgemeine Sardinendosen um umgerechnet 3.5.- Euro verkauft. Der durchschnittliche Stundensatz auf den Kap Verden liegt bei einem Euro. Vielleicht hat der Verantwortliche für diesen Unfug im afrikanischen Darknet gelesen, dass es irgendwo auf der Welt sinnentleerte Bobos gibt, die Sardinendosen wie Andere dereinst Briefmarken sammeln und bereit sind, diese Summen für eingedosten Fisch zu bezahlen, wir jedenfalls essen lieber frischen Fisch ums gleiche Geld. Esmoregal, eine große Bernsteinmakrele, hat mir im Übrigen unlängst eine Wirtin angetragen, und nicht wie irrtümlich verstanden und berichtet" Ismiregal". Dazu bestelle ich mir einen landestypischen Grogue, übelsten Zuckerrohrschnaps, zu dem man sich erst behutsam hinsaufen muß, bis das Grauen nachlässt.  


Montag, 29. Dezember 2025

 28.12., Tarrafal

Hundertzehn Kilo kann eine ausgewachsene unechte Karettschildkröte auf die Waage bringen und siebzig Jahre kann sie alt werden, das noch als Nachtrag zu den gestrigen Funden. Und so ein Schildkrötenbbq kann dieser Tage im Gefängnis enden, sind die Tierchen doch mittlerweile streng geschützt. 

Anyway, heute möchten wir die Inselhauptstadt Ribeira Brava besuchen, was sich zumindest sonntags als zähes Unterfangen herausstellen wird. Lange stehen wir an der einzigen Ausfallstraße Tarrafals, bis sich endlich ein Colectivo blicken lässt und uns mitnimmt auf die wunderschöne, fünfundzwanzig Kilometer lange Reise durch das Inselinnere. Rauf und runter geht´s inmitten grüner Steilhänge, Vulkane und Felsnadeln, entlang tiefer Schluchten und trockener Flussbetten, ganz selten stehen Drachenbäume in der Gegend. Eine Katze mit einer Maus im Maul, ein Dorftrottel mit nur einem Socken an. Männer, die auf einem Brett mit sechs sich gegenüberliegenden Kuhlen Ouril spielen, indem sie darin strategisch Steinchen platzieren.

Ribeira Brava liegt im Koma. Der Markt hat zu und in den schmalen Pflasterstraßen hängen nur große, bunte Spinnen in ihren Netzen ab. Als Sehenswürdigkeit ersten Ranges fungiert ein ehemaliges Priesterseminar, das wirklich nur für Priesterseminaristen interessant sein kann. Nichts los im Bergdorf. Am Rand stehen Schweinepferche, Hühnerverschläge und Natursteinhäuser, im Zentrum teilt ein trockenes Flussbett das Kaff in zwei Teile. Die Brücke darüber wird wohl nicht sehr oft genützt, eine Furt daneben tut´s auch. Im kleinen Park dort finden wir wenigstens ein offenes Lokal, wo wir zu Liedgut des Morna, langsam, sentimental und dem portugiesischem Fado verwandt, Bier mit Cola süffeln. Dann warten wir am Hauptplatz mit Dorfkirche auf eine Mitfahrmöglichkeit retour. Zum Gaudium der wenigen mit uns wartenden Einheimischen vertreiben wir uns die Zeit mit Walzer und albanischem Fruchtbarkeitstanz, bis wir ganz alleine sind. Also wieder zur Ausfallstraße marschieren und von dort die Heimreise mit mehreren Sammeltaxis stückeln, dazwischen halten wir den Daumen raus, während wir unter willkommenen Wolken, die scheinbar immer an den Gipfeln der umwerfenden Berglandschaft hängen, wandern. Und anstandslos nimmt der Hund, der uns für die gleiche Fahrt vor ein paar Tagen noch das Doppelte abgenommen hat, den korrekten Fuhrlohn, Wissen schafft Vorsprung.


Sonntag, 28. Dezember 2025

 27.12.,Tarrafal

Einfach mal losmarschieren gen Norden, zwölf Kilometer von hier gibt´s wohl eine Landschaft, die an gestapelte Palatschinken erinnern soll. Die ersten Kilometer latschen wir noch auf einer schnurgeraden, mit Kopfsteinen gepflasterten Straße, vorbei an aufgegebenen Bauruinen und einfachsten Containerhäuschen direkt am Meer, dann biegen wir querfeldein zu einem Leuchtturm ab und folgen der Küste. 

Wilde, menschenleere Landschaft, nur die tosende Brandung, Geröllfelder und erkaltete Lavaströme. Jetzt ist es zu spät, deine Sünden zu erkennen, hat jemand auf ein Schild geschrieben. Ein zerbrochener, großer Schildkrötenpanzer liegt auf einer Feuerstelle, an der Unterseite noch Reste von Fleisch. Für die Insulaner wird es egal sein, ob sie Schildkröte, Rochen oder Tunfisch essen. Ein größeres Faß mit einem angebrachten Türchen, Hundehütte oder erstes Eigenheim. 

Die Landschaft wird extravaganter, wir klettern über oder springen hinab in ausgetrocknete, breite Flussbetten, staunen über von Wind und Wetter geschaffene Formationen, die an kleine, mehrstöckige Rohbauten erinnern, links von uns steile Klippen, das Wasser darunter. Ena entdeckt noch einen gebleichten Schildkrötenpanzer, von dem sich die großen rechteckigen Schuppen schon leicht abziehen lassen, die Innenseite des Skelettes mit sternförmig angeordneten Knochenspitzen ganz anders, als ich es mir vorgestellt hätte. Unter einem Gebüsch in einer tiefen, sandigen Furt schließlich die dritte tote Schildkröte, ihr Schädel nicht viel kleiner als ein Handball.

Nach vielen anstrengenden Stunden erreichen wir endlich Carberinho, wo sich die Brandung brachial in rund abfallende schwarze Pools und Plateaus ergießt, das Wasser fließt dann über die Ebenen in kleinen Wasserfällen oder breiten Vorhängen wieder zurück ins Meer. Die verschiedenfarbigen, jeweils nur wenige Zentimeter dicken Schichten der ausgewaschenen Felsen und Steilklippen dahinter sind wahrlich grandios, insgesamt ein umwerfendes Spektakel unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Von der Sonne verbrannt, die eine Flasche Wasser schon lange leer und noch zwei Kilometer bis zur Küstenstraße müssen wir gehen, wo es ein Weilchen dauert, bis endlich ein Auto in Sichtweite kommt. Tatsächlich bleibt der Pickup stehen und wir schwingen uns auf die Ladefläche, zumindest ich bin ganz schön angeschlagen. Leider ist der Fahrer, der mich mit seinen Spiegelbrillen und seinem Gehabe an einen afrikanischen Warlord erinnert,  gehirnamputiert und fetzt mit solch absurder Geschwindigkeit über die holprige Piste, dass ich Angst um unser Leben habe und im Nachhinein verstehe, warum wir vormittags an einem mit Plastikblumen und Kerzen geschmückten Andachtssteinhaufen vorbeigekommen sind. Daheim erst einmal sammeln und ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank schlürfen. Es heißt Super Chef und das ist angemessen. 


Samstag, 27. Dezember 2025

 26.12., Tarrafal

Gelsen so winzig, dass wir sie auch im Verlauf mehrerer nächtlicher Razzien nicht finden können, quälen uns des Nächtens und im Waschbecken hockt eine monströse Kakerlake. Der Blick auf das Meer und ein paar Schiffe der Fischfangflotte beim Wegziehen der Vorhänge entschädigt. In Gehweite befindet sich die einzige Tauchbasis der Insel, Inhaber ist der Tscheche Martin. Mit uns springen noch eine Pinzgauerin und ihr italienischer Hawi in den Pick Up zum Hafen, von wo wir mit einem kleinen Boot in See stechen. Weiße Reiher, die für ihr Leben ausgesorgt haben, hocken im Hafenbecken auf eisernen Ringen, an denen ein paar Flaschen für den Auftrieb und unter der Wasseroberfläche ein Netz mit unzähligen Köderfischen für den Tunfischfang angebracht sind, für die Vögel ein sorgenfreies Leben am All you can eat- Buffet. 

Beste Bedingungen. Das Meer ist ruhig, die Sonne scheint, nur ich bin scheinbar etwas aus der Übung. Flossen sollte man schon anhaben, bevor man zum Abtauchen vom Boot springt. Das zerklüftete vulkanische Gestein der Küste bildet unter Wasser tiefe Spalten und Nischen, aus denen uns viele große Hummer ihre Antennen und Muränen ihre hässlichen Visagen entgegenstrecken. Ammenhaie liegen am Grund, Spinnengarnelen zappeln herum, neonleuchtende Schnecken noch und Schwärme von Fischen, inmitten derer wir uns treiben lassen. Fettgebäck mit Kokosraspeln während der Pause, ein Dekompressionsbier zurück am Strand neben Fischern, die im Schatten dreier großer Bäume ihre Netze flicken. Am Brunnen waschen sich die Männer und in den kommunalen betonierten Waschtrögen die Frauen die Wäsche. 

Ob sie noch Kuchen oder sonst etwas Süßes für mich hätte, frage ich später dort, wo wir schon gestern essen waren, die alte Lady, stellt sie mir doch glatt ein Tellerchen mit Guavenmarmelade hin. Zwar nicht gerade das, was ich mir erwartet hätte, aber ein paar Löffel davon schmecken gar nicht schlecht. 

Abends lustwandeln wir an der zentralen Krippe vorbei, daneben steht ein gut fünf Meter hoher, von innen heraus beleuchteter Christbaum aus gelben Plastikkanistern. Im Arrangement finden sich noch ein paar Fischkonserven mit mehr als einem Meter Durchmesser, alles gesponsert von der Fischfabrik hinter uns. Vor einem Lokal hat sich die Dorfgemeinschaft eingefunden. Eine Geigerin spielt auf, ein Mann an der Gitarre und einer am Keyboard begleiten sie. Zur gefälligen, flotten Tanzmusik schwingen hauptsächlich die Alten das Tanzbein, die anderen halten sich an kleinen Bierflaschen fest.


Freitag, 26. Dezember 2025

 25.12., Sao Nicolau

Interessantes Prozedere am Flughafen. Um zweieinhalb Kilo überschreite ich das bescheidene Limit fürs Handgepäck, konstatiert die Lady am Check In- Schalter, aber ich könne ja eine Extratasche aufgeben, kostet nur hundert Euro. Besser, ich stelle vor der nächsten Abwaage einfach ein paar Sachen auf den Boden und räume sie anschließend ums Eck wieder ein, ist auch voll o.k. 

Bummvoll ist die Propellermaschine und nach einem Becher Wasser und vierzig Minuten erreichen wir schon die Trauminsel der nächsten Woche. Wie ein weißer Ring wirkt die Brandung rund um Sao Nicolau aus der Luft. Beim Landeanflug passieren wir in unmittelbarer Nähe und auf Augenhöhe einen Vulkankrater rechts von uns. Schroff zur Küste hin fallen teilweise spärlich begrünte Berghänge ab, das Eiland ist knapp kleiner als Wien. 

Zu lauter Musik tanzende, zu Mittag schon Schnaps saufende Insulaner in der winzigen Ankunftshalle, die ihre Verwandten freudig in Empfang nehmen, sich gegenseitig hoch heben und abbusseln. Draußen nur Natur, so weit sich sehen lässt, kein Haus sonst, nur eine schmale Zufahrtstraße. Mit einem Collectivo fahren wir durch die Hauptstadt Ribeira Brava, ein paar Gebäude in den Hängen, zweieinhalbtausend Einwohner, und gleich weiter einen großen, topografisch bedingten Umweg über Berge und Täler nach Tarrafal. Eine grandiose Landschaft mit Obstplantagen und Weilern, freistehenden Felstürmen und Einheimischen, die mit ihren verfilzten Eseln unterwegs sind, lassen wir hinter uns. Endlich ein schöner, sonniger Tag ohne Wind. Wir beziehen eine einfache, schon in die Jahre gekommene Unterkunft, von deren Balkon im ersten Stock ich fast ins weite, glitzernde Meer springen könnte, mit Anlauf durchs Wohnzimmer halt. Die Familie gibt sich unaufgeregt und nach ein paar Minuten stecken wir schon mitten im gewohnten Alltagsleben, gackern die Hühner und schreien die Kinder. Tarrafal selbst ist noch nicht viel mehr als ein beschauliches Fischerdorf, in dem der Tourismus erst langsam Fuß fasst. Bunte Fischerboote in einer Bucht vor schwarzem Kieselstrand, dahinter die Vulkanlandschaft. Der Kontrast in den Farben ist so übertrieben, als hätte jemand einen Filter über die Szenerie gelegt. 

Heute haben die paar Wirten, mit denen Tarrafal auftrumpfen kann, zu, aber ein Tagedieb bringt uns zu einer Bude, wo zwei ältere Damen in ihrer kleinen Küche einfache Gerichte zubereiten. Ob ich Tuna oder irgendeinen anderen, mir auf portugiesisch unbekannten Fisch haben möchte oder Istmiregal? Ja, Istmiregal klingt gut. Vielleicht glaubt die Lady ja wirklich, dass der Europäer damit eine bestimmte Spezies meint. Simpel, reichlich und gut essen wir und so billig, dass wir erst glauben, sie hätte sich bei der Rechnung geirrt. Vom Bett im Quartier aus schauen wir der Sonne zu, wie sie hinter der Weltenscheibe abtaucht, den Kühlschrank schon gefüllt mit Erfrischungsgetränken unterschiedlicher Drehzahl.


Donnerstag, 25. Dezember 2025

 24.12., Sal, Espargos

Frühmorgendlicher Einkauf, Ena bleibt noch liegen. Sam, eigentlich Samira, vermietet ihre Bude mit voll eingerichteter Küche und selbst ist der Mann, möchte man den Tag mit einem anständigen Frühstück starten. Recht viel haben die asiatischen Ladenbetreiber im Sortiment, Eckerlkäse, ganz kleine Paprikas, getrocknete Piri Piri und dergleichen mehr, aber Eier suche ich vergeblich. Kein Handy und somit auch kein Übersetzungsprogramm dabei, Eggs oder Huevos unbekannt. Auch in zwei anderen Supermercados komme ich nicht weit mit meinen pantomimischen Ausführungen eines eierlegenden Huhnes, sicherheitshalber mit verhaltenem Gegacker untermalt, damit ich hier nicht missinterpretiert werde. Irgendein dunkles Syndikat hat sich wohl das Eiervertriebsmonopol unter den Nagel gerissen. Schade, ich hätte mich so gefreut. 

Später mustern wir einen Teil unserer Habe aus. Für den morgigen Inlandsflug mit einer kleinen Propellermaschine nach Sao Nicolau sind nur sechs Kilo Handgepäck zugelassen, egal ob man selbst fünfzig oder hundert Kilo wiegt.

Seit ich auf Sal bin, ist´s bewölkt und bläst der Wind, trotzdem gehen wir heute schnorcheln. Am Strand verladen Fischer mit langen Harpunen Tunfische und Barracudas, die sie gerade noch alleine tragen können, nicht weit von der Küste entfernt hat die Brandung ein großes Wrack, über das ansonsten nichts herauszufinden ist, vollständig geplättet. Da dümpeln wir etwas herum und am Weg zum zweiten Highlight der Tour erfriert die Kleine schon fast, obwohl ihr ein dicker Neoprenanzug zugestanden wurde. Wer trotz Weihnachten Jesus noch immer nicht gefunden hat- verkrustet von Algen und Muscheln, aber mit ausgebreiteten Armen wartet er auf euch in bescheidener Tiefe vor Santa Maria in Form einer Statue aus Beton. 

Abends sind die Kirchen voll mit Menschen, die sich auf ihrer Suche nicht nass machen wollten, das Singen der Chöre dringt durch die Mauern. Ansonsten ist Espargos wie ausgestorben, während wir auf der Suche nach Nahrung durch die Gassen geistern.  Feliz Natal!